Geschichte - Anfänge ab 1007

Geschichte der jüdischen Gemeinde Bamberg


Sehr geehrter Besucher dieser Webseite! Bamberg ist eine der ältesten jüdischen Gemeinden in Deutschland. Wer sich mit jüdischer Geschichte speziell beschäftigt, weiß, daß es natürlich im Mittelalter schon Juden gegeben hat, aber seit wann es nun Juden in Deutschland gibt, ist meistens nur vage umschrieben. Exemplarisch für viele andere Städte mit alten jüdischen Gemeinden wie Worms, Mainz, Trier oder Köln, möchte ich Ihnen einen kurzen Abriss der Geschichte Bambergs und die der Juden in Bamberg darstellen. 


Für einen tieferen Einblick möchte ich Ihnen schon jetzt die Seite von Thomas Starz aus Bayreuth empfehlen, der seine Forschungen zur Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg in dieser Seite dargestellt hat: http://www.juden-in-bamberg.de/  Die Seite ist auch unter "Links" aufrufbar.


Seit wann es nun Juden in Bamberg gibt, ist nicht genau datierbar; sicherlich sind die ersten Juden zusammen mit römischen Legionen als Kaufleute in den Süden Deutschlands gekommen. Wir können aber sicher annehmen, dass seit dem Beginn des Bistums in Bamberg auch schon Juden hier ansässig waren. Das Bistum feierte im Jahr 2007 sein tausendjähriges Bestehen, die IKG Bamberg feierte ihr Jubiläum anläßlich des 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israel 2008.


Bis auf wenige Jahre, in denen Juden tatsächlich aus Bamberg vertrieben wurden, so z.B. 1478, und bis auf die große Katastrophe der Schoa, haben Juden immer schon in Bamberg gelebt. Das ließen sich die Fürstbischöfe als geistliche und weltliche Herren bis zur Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts (1803) auch immer gut bezahlen. Das ging bis zur Säkularisation 1803 sogar soweit, dass von den Juden in Bamberg bei jeder Einführung eines neuen Fürstbischofs ein fürstliches Geldgeschenk erwartet wurde! 


Als jüdisches Gemeinwesen wird Bamberg ab der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt. Zuerst gab es am Fuße des Kaulbergs, dort ist das Pfahlplätzchen, eine kleine Gemeinde mit einer Synagoge. Diese wurde 1478 vom damaligen Fürstbischof beschlagnahmt und abgerissen. An ihrer Stelle wurde eine Marienkapelle gebaut (s. Bild links). Die Juden wurden aus der Stadt ausgewiesen. Später durften sie zwar wiederkommen, hatten aber für ihren Aufenthalt in der Stadt immense Steuern sowie für das Bleiberecht, den sogenannten "Gedinckten Zins" zu zahlen. Später gab es in der oberen Kesslergasse, das ist heute die Hellergasse, einen neuen zweiten Betsaal und schließlich in der Generalsgasse ab dem 17. Jahrhundert eine neue Synagoge, die 1853 umgebaut wurde. Der Umbau war jedoch so vielfältig, dass die Synagoge einem Neubau glich und so auch zur 4. Synagoge wurde. 1910 wurde schließlich die 5. Synagoge in der Herzog-Max-Straße geweiht, die alte Synagoge profanisiert und an den St.-Otto-Verlag verkauft.